Review zu Band 1

Von hrkr
Chaos Kids
Die Geschichte hatte ein paar schön ausgefallene Figuren und gute Gags waren auch dabei. Allerdings empfand ich sie beim Lesen als etwas unstrukturiert und leicht verwirrend (weil die Actionszenen nicht klar genug dargestellt waren). Vielleicht waren es auch zu viele Figuren für diese kurze Geschichte.
(Achja, Fachwerkhäuser – wie das von Tony – haben ihre Fenster ausschließlich im Gefäche und nicht in den Balken, falls das wen interessiert xD)
Von Söldner, Trollen und anderen Problemen
Hier fand ich die Geschichte gut strukturiert und die Figuren wurden dem Leser auch sehr rasch erläutert, was ihren Charakter betrifft. Interessant fand ich auch, dass der Gewissenskonflikt des Protagonisten durch den neuen Auftrag wieder entfacht wurde (er hat ja schon wieder einen Unschuldigen angegriffen). Die Zeichnungen waren stellenweise aber noch sehr unreif. Hugo war in seiner Schattenform zu stilisiert.
Alien Invasion
Auch diese Geschichte hatte eine gekonnte Struktur und es wurde mit schönen Kniffen wie Aussparungen gearbeitet, sodass es keine Sequenzen gab, die unnötig lang erschienen. Der Zeichenstil gefiel mir persönlich auch ziemlich gut, wenn ich die Ausarbeitung stellenweise etwas flüchtig fand (die Stadt am Anfang zum Bsp.).
Dryland
Diese Geschichte war die "shounen-igste" von allen, würde ich sagen. Hier wurden klassische Shounen-Elemente gut aufgegriffen und sie war in sich rund. Es fehlte in der zweiten Hälfte lediglich ein Konflikt (seit sie die Festung betreten hatten, lief alles ja ziemlich glatt).
Boku no Battletoads
Die Geschichte hat meinen Humor am besten getroffen. Der Hauptcharakter war dauerhaft in Angstzuständen und das Alien war genial psycho xD
Der Spruch mit dem sich der Agent verabschiedet (bzgl. der Erinnerung an das Geschehen) war auch eine herrlicher Seitenhieb auf Agentenserien, in denen Agenten für alles irgendwelche technischen Hilfsmittel haben.
Rescue Heroes
Diese Geschichte war solide erzählt und wirkte trotz vieler Abschnitte ausgeglichen erzählt. Die Gags fand ich auch ganz unterhaltsam.
Was ich allerdings als etwas unfertig empfand, war die Beziehung unter den Hauptfiguren. Auf einer Seite äußert sich Fagan gegenüber dem Geretteten besorgt und auf der nächsten ist ihm sein Begleiter lästig. Ich hätte es passender gefunden, wenn Fagan von vornherein die Rettung etwas widerwilliger durchgeführt hätte, weil dann die Freundfeindschaft zwischen den beiden konsequenter rüber käme.
Ziegenpeter
Habe ich in der Menschenmenge Rukia aus Bleach gesehen? xD
Ich fand bei dieser Geschichte gut, dass es einerseits um Werte wie Freundschaft ging, andererseits der Hauptcharakter ein Dieb ohne schlechtes Gewissen war. Das ist ein gelungener Kontrast. Die Ziege war auch niedlich.
Woran ich allerdings etwas hängengeblieben bin, waren solche Aussagen wie "Im Leben muss man Opfer bringen (auch wenn es Diebesgut ist)". Das klingt so belehrend, passender wäre gewesen "Ist zwar schade um die Tasche, aber das muss jetzt wohl sein!". Ähnlich bei der abschließenden Aussage.
Aber das ist zu vernachlässigen.
Alles in Allem war ich aber durchaus positiv überrascht (und das sage ich nicht nur, weil ich aus dem Shounen-Zirkel bin). Der Band konnte sich in vielerlei Hinsicht mit Anthologien von Tokyopop und Schwarzer Turm messen.

Von Peatworia
Hi!
Ich habe gestern die Anthologie erhalten und habe mich sogleich gierig auf sie gestürzt. Als aller erstes muss ich sagen: Ich bin äußerst positiv überrascht. Es wird eine Qualität geboten, die man unter „Amateuren“ selten sieht. Wahrscheinlich einer der Besten deutschen Werke, die ich bisher in die Hände bekam.
Um jetzt eine Struktur in meine Kritik zu bekommen werde ich jetzt auf das Erscheinungsbild und den einzelnen Geschichten eingehen.
Erscheinungsbild
Auf den ersten Blick macht es einen sehr guten Eindruck. Das Cover repräsentiert die Stile aller Mitwirkenden, wirkt aber leider etwas unstrukturiert. Besonders schade finde ich, das eine Figur offensichtlich verdeckt wird. Beim näheren betrachten fällt auch sofort auf, dass es Falsch herum ist. Da hat wohl die Druckerei zu weit gedacht und meinte: „Huch! Die haben uns Cover und Rückseite in falscher Reihenfolge geschickt. Das Korrigieren wir gleich mal.“ Jedenfalls kann ich mir diesen Fehler nicht anders erklären. Innerhalb geht es aber dafür positiv weiter. Die Druckqualität der einzelnen Seiten ist sehr gut und hinterlässt eine sehr professionelles Gefühl. Es ist schön, dass so etwas auch in kleinen Maße heute machbar ist. Die Anthologie brauch sich wirklich nicht zu hinter den Produktionen großer Verlage zu verstecken. Einzig schade ist die Tatsache, das einige Seiten zu Groß abgedruckt wurden und abgeschnitten sind. Da frage ich mich ebenso wie beim Cover, wie das passieren konnte und schiebe die Schuld der Druckerei zu. Muhuhuhahaa!
So und nun zu den einzelnen Geschichten.
Chaos Kids
Chaos Kids bietet gute kurzweilige Unterhaltung und besonders positiv vielen mir die skurrilen Charaktere auf. Die Zeichnungen kommen ohne Rasterfolien aus und bieten so der Geschichten einen eigenen Charme. Nicht zuletzt durch den starken Einsatz von Schraffuren. Leider sind es aber gerade auch die, die die Geschichte leicht unübersichtlich machen. Oftmals sind sie zu Dick und leicht unstrukturiert und verschmelzen manchmal zu unansehnlichen flecken, was es schwer macht, die einzelnen Panels klar zu erfassen. Der Humor geht in Ordnung. Besonders witzig finde ich den verschlafenden Vampir. Nur der Gag mit der Freundin erschließt sich mir nicht so ganz. Bekommt sie die Schläge ab, oder ist das eine symbolische Darstellung dafür, dass die gesamte Gegend bebt? Alles in allem aber eine Solide wie herrlich Sinnfreie Geschichte. Daumen hoch.
Von Söldnern, Trollen und anderen Problemen
OHA! Diese Geschichte zu beurteilen ist irgendwie schwierig. Zunächst sei aber gesagt, dass sie sehr gut erzählt und gut pointiert ist. Es gibt diverse Anspielungen an andere Serien, die man aber nicht kennen muss um die Story zu verstehen. Die Charaktere werden gut und schnell eingeführt und sind auf anhieb sympathisch. Leider sind die Zeichnungen die schwächsten in der gesamten Anthologie. (Ich hasse es so was sagen zu müssen) Die Zeichnungen sind sehr unstetig und schwanken gewaltig in der Qualität. Man bekommt das Gefühl, als ob es Sorata08 nur drauf ankommt eine Geschichte zu erzählen. Schade, schade. Wobei ich da durchaus noch lobend das Charakterdesign erwähnen kann, welches an Trigun erinnert (Vash und Wolfwood haben auch einen Gastauftritt) und das die Posen der Figuren überzeugend wirken.
Alien Invasion
Ich sage es schon mal vorweg: Das ist meine Lieblingsgeschichte. Besonders gefallen hat mir der „Sprachkonflikt“. Die Aliens, welche sich kultiviert und altmodisch geben gegen moderne Jugendsprache, welche herrlich überzogen mit Anglizismen durchsetzt ist. (Ich frage mich, wie Leser mit der Geschichte klarkommen, die eine 5 oder 6 in Englisch-Unterricht haben. xD ) Das Charakterdesign gefällt mir auch sehr. Es Bietet markante Charaktere. Auffällig sind die stark gestrichelten Linien, die den Zeichnungen einen besonderen Stil geben. Nur die Hintergründe wirken oft etwas Lieblos hingezeichnet, was ich schade finde.
Dryland
Reporter: „Nun Peat, was halten sie von der Geschichte „Dryland“?“ Peat: „Nun, dies scheint wohl in der gesamten Anthologie die Story zu sein, die am meisten mit Shounen-Klischees spielt.“ Marvin: „Ja….Grässlich, nicht war?“ In der tat ist Dryland wohl die Shounen-lastigste Geschichte in der Anthologie. Zumindest, wenn man als Beispiel Zeichnergrößen wie Akira Toriyama als vergleich heranzieht. Die Story hat mir sehr gefallen und auch wenn die Geschichte mit Insidern gespickt ist, muss man die Originalgeschichten nicht kennen um die Handlung zu verstehen. (Fehler Nr. 1 die viele „Amateurparodisten“ machen ist es, die eigene Story auf Witzen aufzubauen, wo man wirklich nur drüber lachen kann, wenn man das Original kennt. Dadurch verschließt sich die Geschichte allerdings der Allgemeinheit und kommt günstigsten Falls skurril rüber.) Das Charakterdesign ist solide und der Roboter scheint eine perfekte Mischung aus dem Marvin der BBC-Produktion aus den 80ern und dem Marvin aus der Neuverfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“ zu sein. (Grässlich, nicht war?) Was mir nur leider negativ auffiel ist die leicht verpixelte Optik, wie man sie aus den Kappa Maki Anthologien kennt. Das Buch bietet ansonsten eine bessere Qualität.
Boku no Battletoads
Bei dieser Geschichte handelt es sich eindeutig um eine aufwändige Produktion der erfolgreichen Universal-Studios in Hollywood. Oder wie darf ich die erste Seite verstehen? xD Eine herrlich skurrile Geschichte. Sie besticht vor allem durch die Grundidee, den verrückten Charakteren und durch ein ausgefeiltes Charakterdesign. Kleinigkeiten im Hintergrund deuten an, dass die Geschichte weit in der Zukunft spielt, was ich mal eine sehr schöne Idee finde, weil einem mal nicht wieder Texte wie „In einer fernen Zukunft“ oder „Es war einmal vor langer Zeit aber doch irgendwie in der Zukunft“ um die Ohren gehauen werden, sondern nur diese dezenten Designs darauf hindeuten. (Zumindest habe ich noch nicht solche Autos auf der Straße gesehen) Trotz dieser Details sind die Hintergründe aber oft sehr minimalistisch (Manchmal sogar zu minimalistisch meine Meinung nach). Dadurch bleibt die Geschichte übersichtlich, verliert aber auch etwas an tiefe.
Rescue Heroes
Rescue Heroes eine lustige Geschichte, die sich jedoch zum Ende hin ein bisschen ins Chaos stürzt und dezent unübersichtlich wirkt. Die Idee mit der zu bezahlenden Hilfeleistung finde ich hervorragend. (und ich Werte es mal für mich intern als Kritik an das amerikanische Gesundheitssystem. Vor kurzem Sicko gesehen hat)Das Charakterdesign finde ich gut und individuell. (Ich konnte mich sofort mit dem grinsenden Gnom identifizieren. xD ) Leider wirken die Zeichnungen oft sehr unstetig und flüchtig, bietet jedoch potenzial.
Ziegenpeter
Dies ist die Zweite Geschichte, wo ich starke Schwierigkeiten habe sie zu beurteilen. Diesmal nicht zeichnerisch sondern Inhaltlich. Das Charakterdesign gefällt mir. Es bietet sympathische Charaktere. Die Zeichnungen wirken manchmal leicht ungeübt trübt aber das Lesevergnügen nicht weiter. Die Geschichte selbst ist übersichtlich und sehr gut erzählt. Allerdings sind mir einige Aussagen nicht ganz schlüssig und wirken auf mich plakativ. Dadurch, das der Held in Dieb ist wird der beklaute automatisch zum Bösewicht. Das ist überhaupt nicht schlimm bis jetzt, weil das bei jeder Story dieser Art ist. Nur die ständige Hindeutung auf Markenklamotten und teuren Geräten bei dem Beklauten hinterlässt so eine „so sind reiche Schweine: Geben nichts ab, kaufen alles superteuer und sind für die Armut der Welt verantwortlich“ Stimmung. Es will nicht ganz zu der Geschichte passen und wirkt dadurch plakativ. (unabhängig jetzt davon ob es stimmt oder nicht) Vielleicht wirkt es auf mich auch nur so, weil –wie hrkr schon anmerkte- im Gegenzug dazu moralische Sätze fallen.
Alles in allem hat mir die Anthologie sehr gefallen. Daumen hoch an alle. Mein Feedback klingt leider manchmal vernichtender, als ich es meine. Ist irgendwie immer bei mir so. Ich habe den Text bewusst „neutral“ verfasst, weil das allgemein unvoreingenommener wirkt und so auch neutrale Leser mehr vom Text haben. Ich freue mich schon selbst beim 2. Band mitwirken zu können.
Gruß Peat
PS: Für Rückfragen, Kommentare und Lynchungen zu meiner Kritik bin ich unter peatworia bei Animexx, CILF und ICQ zu finden.

Eine weitere Rezension zu Band 1 findet ihr auch auf dem Germanga-Blog.